13.07.2025
Ich hatte während eines Workshops des Doktorandenkollegs von Prof. Dr. Michael Reder an der Hochschule für Philosophie München am 27. Juni 2025 die Chance, mit dem Soziologen Prof. Dr. Hartmut Rosa von der Friedrich-Schiller-Universität Jena ins Gespräch zu kommen. Meinen Denkanstoß, wie wir die oft aufregende und anziehende Unverfügbarkeit in Resonanzerfahrungen mit unserer Umwelt im epistemischen Modus der Ahnung wahrnehmen, findet ihr auf dem Blog des Promotionskollegs „Zeichen der Zeit lesen“.

20.05.2025
Bei den DEFA-Filmtagen in Merseburg hatte ich die Gelegenheit, ausführlich mit dem Regisseur Michael Kann über seinen Film Stielke, Heinz, fünfzehn… zu sprechen. Meinen Nachtrag zur Bedeutung des Films insbesondere für unsere Gegenwart findet ihr auf dem Blog des Promotionskollegs „Zeichen der Zeit lesen“

23.06.2024
Viele erinnern in diesem Jahr an Kafka. Zurecht. Die EU und Deutschland rufen pünktlich zum Wahlmarathon nach Bürokratieabbau. Zurecht. Wir fordern den Abbau von Verordnungen und den Ausbau digitaler Verwaltungen. Zurecht. Nur dem Umfang bürokratischer Macht auf unser Leben wird das womöglich kaum gerecht.
Hier geht’s zu meinem Kommentar zu Kafkas intuitiver Bekanntschaft mit bürokratischer Macht

22.05.2024
Unser Forschungskolleg ruft mit kurzen Kommentaren und längeren Beiträgen auf zur demokratischen Wahl des EU-Parlaments am 9. Juni 2024. In meinem Essay frage ich danach, ob wir die Geschichte eines seine Werte lebenden Europas vergessen haben oder sie in letzter Zeit oft nur sehr schlecht erzählt bekommen.

14.04.2024
Buch- und Filmpremiere in der Akademie der Künste am 16. April 2024

Nach fünf intensiven und herausfordernden Jahren feiert unser umfangreicher Sammelband über das Leben und Werk des bulgarisch-deutschen Regisseurs, Brecht-Kollegen und einem Pionier des sozialrealistischen Films, Slatan Dudow, seine Premiere. Zu diesem Anlass wird auch das aufwendig rekonstruierte Fragment „Christine“ (1963), der letzte unvollendete Gegenwartsfilm Dudows, erstmalig zu sehen sein.
Zur Publikation geht’s hier entlang
13.04.2024
Gedanken unseres Forschungskollegs zum Gendersprachverbot
Als engagierte Wissenschaftler:innen eines bayerischen Promotionskollegs möchten wir die „Zeichen der Zeit“ nicht nur lesen, sondern auch klare Zeichen setzen: Gegen die Diskriminierung und Marginalisierung von Minderheiten und für eine gleichberechtigte, inklusive und tolerante Gesellschaft. Diesen Anspruch verfolgen auch jene, die mehrgeschlechtliche Schreibweisen durch Wortbinnenzeichen verwenden. An diesen Zeichen scheiden sich derzeit allerdings die Geister, sie entfachen Debatten, erhitzen die Gemüter und verhärten die Fronten. Dabei wollen sie doch eigentlich das Gegenteil bewirken: Verbindungen stiften, Sichtbarkeit schaffen, Verletzung reduzieren. Gendersensible Doppelpunkte, Unterstriche und Sternchen provozieren ein Innehalten im Sprechen und eröffnen Räume für die Reflexion eingefahrener Denkgewohnheiten. Einige empfinden das als unschön, unbequem und unnötig. Für andere ist dieser bewusste Wandel der Sprache unerlässlich, um den Herausforderungen und Chancen unserer liberalen und demokratischen Gesellschaft gerecht zu werden. In Anerkennung der vielseitigen Positionen dieser längst nicht abgeschlossenen Debatte fragen wir uns in Form persönlicher Meinungen, wie sich das in Bayern beschlossene Gendersprachverbot dazu verhält.
Hier geht’s zu den einzelnen Beiträgen im Blog unseres Kollegs
31.07.2022
Ein biophiler Essay über das Lachen
Mit meinem Beitrag im Band „Die Wiederkehr des autoritären Charakters“ stelle ich die Frage, wie man autoritären Auftritten intuitiv begegnet und worin die Bedeutung des Lachens im politischen Denken liegt.
Vor dem Hintergrund der Gedanken von Hannah Arendt, Michel Foucault und Henri Bergson möchte ich zeigen, dass das begriffliche Dreieck Autorität-Widerstand-Intuition ein guter Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit jenem Lachen ist, das wichtige Impulse zum Aufbrechen geronnener und starr gewordene (Miss-)Verhältnisse und Macht-Mechanismen setzen und damit unser Handeln und Denken auf lebendige, leib- und erlebensnahe Weise wieder in Bewegung bringen kann.
Der Sammelband von Manuel Clemens, Thorben Päthe und Marc Petersdorff (Springer 2022) widmet sich dem Neuerstarken des autoritären Charakters und der subalternen Persönlichkeitsstruktur und bringt Sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven aus Deutschland und den USA zusammen.
Hier geht’s zum Buch und zu Informationen über seine anderen spannenden Beiträge

31.05.2022
Zusammen mit zwölf weiteren, spannenden Forschungsprojekten wurde nun auch mein Thema beim offiziellen Festakt des neuen Promotionskollegs am 31. Mai 2022 in München vorgestellt. Ich freue mich darauf, dabei zu sein!
29.12.2021

Das Jahrbuch Praktische Philosophie in globaler Perspektive (Nr. 5) widmet sich dieses Mal dem unserer Tage so wesentlichen Begriff der „Solidarität“.
Mein Beitrag „Solidarische Funken: Verschieden sein, gemeinsam handeln. Über den Wert postliberaler Solidarität für einen Pluralismus der Lebensweisen“ ist ein Diskussionsangebot zur Frage, welche Merkmale ein Solidaritätsbegriff für pluralistische Gemeinschaften aufweisen soll. Vor dem Hintergrund gegenwärtiger Gedanken zu einer transnationalen Solidarität (Carol C. Gould) und einer politischen Solidarität (Sally J. Scholz) erfolgt ein Blick auf postliberale Anfangsstunden moderner Solidaritätsbegriffe und damit auf ein wertvolles Ensemble von Ideen, deren kritische Aktualisierung sich heute noch lohnen kann. Die Frage lautet, inwiefern sich in den Arbeiten von Auguste Comte, Émile Durkheim, Alfred Fouillée und Charles Gide Spuren einer pluralitätsfördernden Solidaritätsauffassung finden lassen und warum diese Überlegungen heute nicht in jeder Hinsicht vorbehaltlos übernommen werden können.
23.12.2021
„Vorsicht Kunst! – Zur Bedeutung des ostdeutschen Filmerbes“
Unter diesem Motto steht die diesjährige Ausgabe des Journals, denn 2021 feierte der DEFA-Film seinen 75. Geburtstag.
Als Redakteur danke ich allen Autorinnen und Autoren für eine intensive und spannende Zusammenarbeit.
Einige Themen, die mich in diesem Jahr am meisten bewegt haben: Wie ging es in den letzten Jahren im DEFA-Studio für Dokumentarfilme zu und wie entstand einer meiner Lieblingsfilme, flüstern & SCHREIEN, über die Rockszene und das ihr entsprechende Lebensgefühl in der Vorwende-DDR? Auf welche Weise fördert man den filmpädagogischen Einsatz von DEFA-Filmen, wie diskutiert man sie im Unterricht? Wie konnte mit Orpheus in der Unterwelt in der DDR eine opulente und mit sozialkritischen Untertönen geschmückte Operetten-Verfilmung auf 70mm entstehen? Inwieweit verweisen die dramaturgisch und ästhetisch inszenierten Nebenrollen alter Frauen im DEFA-Gegenwartsfilm auf reale Stereotype und Erwartungshaltungen der sozialistischen Gesellschaft?
Hier geht’s zum kostenfreien Download des Journals auf der Website der DEFA-Stiftung

Promotionskolleg "Zeichen der Zeit lesen. Disruptionen - Transformationen - Evolutionen"
2022 - 2025: Integration des Dissertationsvorhabens (s. u.) im interdisziplinären Promotionskolleg der Kooperationspartnerschaft Katholischer Hochschulen in Bayern, gefördert mit einem Stipendium der Hanns-Seidel-Stiftung für Demokratie, Frieden und Entwicklung.
Promotionsvorbereitendes Studium
2018 – 2021 an der Hochschule für Philosophie in München mit Schwerpunkten zur Philosophie H. Arendts, dem Solidaritätsbegriff, der Wissenschaftskritik G. Canguilhems und aktuellen Problemen der Sozial– und politischen Philosophie: Zur Vorbereitung einer Dissertation zu H. Bergson und M. Foucault hinsichtlich der Frage nach einem biophilosophischen Intuitionsbegriff für gegenwärtige sozialkritische Diskurse und für ethopoietische Prozesse (vsl. 2025 bei Prof. Dr. M. Reder).
Lehre
Publikationen (aktuelle Auswahl)
Interdisziplinäres Publikationsprojekt Slatan Dudow
2019 - 2024:
... und wer wird die Welt verändern? Slatan Dudow. Annäherungen an einen politischen Regisseur (mit N. Rittmeyer und R. Schenk, Berlin: Bertz+Fischer, 2024), darin u. a.: "Arbeiten und nicht verzweifeln. Slatan Dudow im französischen Exil (1934-1940)" sowie "Vom Pionier des proletarischen Films zum Begründer der sozialistischen Filmkunst. Slatan Dudow in den Jahren 1946 bis 1963".
(Nominiert für den Willy-Haas-Preis 2024).
Wissenschaftlicher Referent der DEFA-Stiftung,
die sich in Berlin für den Erhalt des ostdeutschen Kinofilmerbes gemeinnützig engagiert und einen wichtigen Teil der nationalen Kultur und deutschen Geschichte aufarbeitet.
Jan 2021 – Jan 2022:
Selbstständige Tätigkeit als Autor, Redakteur und Moderator
2017 – 2020:
Studiengang: Philosophie des Wissens und der Wissenschaften mit den Schwerpunkten Philosophie der Biologie, Prozessphilosophie, Wissenschaftsphilosophie & -Geschichte, Gesellschaftskritik sowie Erkenntnis- & Subjekttheorie (Abschluss mit 1,0). Zusätzlich:
13.07.2025
Ich hatte während eines Workshops des Doktorandenkollegs von Prof. Dr. Michael Reder an der Hochschule für Philosophie München am 27. Juni 2025 die Chance, mit dem Soziologen Prof. Dr. Hartmut Rosa von der Friedrich-Schiller-Universität Jena ins Gespräch zu kommen. Meinen Denkanstoß, wie wir die oft aufregende und anziehende Unverfügbarkeit in Resonanzerfahrungen mit unserer Umwelt im epistemischen Modus der Ahnung wahrnehmen, findet ihr auf dem Blog des Promotionskollegs „Zeichen der Zeit lesen“.

20.05.2025
Bei den DEFA-Filmtagen in Merseburg hatte ich die Gelegenheit, ausführlich mit dem Regisseur Michael Kann über seinen Film Stielke, Heinz, fünfzehn… zu sprechen. Meinen Nachtrag zur Bedeutung des Films insbesondere für unsere Gegenwart findet ihr auf dem Blog des Promotionskollegs „Zeichen der Zeit lesen“

23.06.2024
Viele erinnern in diesem Jahr an Kafka. Zurecht. Die EU und Deutschland rufen pünktlich zum Wahlmarathon nach Bürokratieabbau. Zurecht. Wir fordern den Abbau von Verordnungen und den Ausbau digitaler Verwaltungen. Zurecht. Nur dem Umfang bürokratischer Macht auf unser Leben wird das womöglich kaum gerecht.
Hier geht’s zu meinem Kommentar zu Kafkas intuitiver Bekanntschaft mit bürokratischer Macht

22.05.2024
Unser Forschungskolleg ruft mit kurzen Kommentaren und längeren Beiträgen auf zur demokratischen Wahl des EU-Parlaments am 9. Juni 2024. In meinem Essay frage ich danach, ob wir die Geschichte eines seine Werte lebenden Europas vergessen haben oder sie in letzter Zeit oft nur sehr schlecht erzählt bekommen.

14.04.2024
Buch- und Filmpremiere in der Akademie der Künste am 16. April 2024

Nach fünf intensiven und herausfordernden Jahren feiert unser umfangreicher Sammelband über das Leben und Werk des bulgarisch-deutschen Regisseurs, Brecht-Kollegen und einem Pionier des sozialrealistischen Films, Slatan Dudow, seine Premiere. Zu diesem Anlass wird auch das aufwendig rekonstruierte Fragment „Christine“ (1963), der letzte unvollendete Gegenwartsfilm Dudows, erstmalig zu sehen sein.
Zur Publikation geht’s hier entlang
13.04.2024
Gedanken unseres Forschungskollegs zum Gendersprachverbot
Als engagierte Wissenschaftler:innen eines bayerischen Promotionskollegs möchten wir die „Zeichen der Zeit“ nicht nur lesen, sondern auch klare Zeichen setzen: Gegen die Diskriminierung und Marginalisierung von Minderheiten und für eine gleichberechtigte, inklusive und tolerante Gesellschaft. Diesen Anspruch verfolgen auch jene, die mehrgeschlechtliche Schreibweisen durch Wortbinnenzeichen verwenden. An diesen Zeichen scheiden sich derzeit allerdings die Geister, sie entfachen Debatten, erhitzen die Gemüter und verhärten die Fronten. Dabei wollen sie doch eigentlich das Gegenteil bewirken: Verbindungen stiften, Sichtbarkeit schaffen, Verletzung reduzieren. Gendersensible Doppelpunkte, Unterstriche und Sternchen provozieren ein Innehalten im Sprechen und eröffnen Räume für die Reflexion eingefahrener Denkgewohnheiten. Einige empfinden das als unschön, unbequem und unnötig. Für andere ist dieser bewusste Wandel der Sprache unerlässlich, um den Herausforderungen und Chancen unserer liberalen und demokratischen Gesellschaft gerecht zu werden. In Anerkennung der vielseitigen Positionen dieser längst nicht abgeschlossenen Debatte fragen wir uns in Form persönlicher Meinungen, wie sich das in Bayern beschlossene Gendersprachverbot dazu verhält.
Hier geht’s zu den einzelnen Beiträgen im Blog unseres Kollegs
31.07.2022
Ein biophiler Essay über das Lachen
Mit meinem Beitrag im Band „Die Wiederkehr des autoritären Charakters“ stelle ich die Frage, wie man autoritären Auftritten intuitiv begegnet und worin die Bedeutung des Lachens im politischen Denken liegt.
Vor dem Hintergrund der Gedanken von Hannah Arendt, Michel Foucault und Henri Bergson möchte ich zeigen, dass das begriffliche Dreieck Autorität-Widerstand-Intuition ein guter Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit jenem Lachen ist, das wichtige Impulse zum Aufbrechen geronnener und starr gewordene (Miss-)Verhältnisse und Macht-Mechanismen setzen und damit unser Handeln und Denken auf lebendige, leib- und erlebensnahe Weise wieder in Bewegung bringen kann.
Der Sammelband von Manuel Clemens, Thorben Päthe und Marc Petersdorff (Springer 2022) widmet sich dem Neuerstarken des autoritären Charakters und der subalternen Persönlichkeitsstruktur und bringt Sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven aus Deutschland und den USA zusammen.
Hier geht’s zum Buch und zu Informationen über seine anderen spannenden Beiträge

29.12.2021

Das Jahrbuch Praktische Philosophie in globaler Perspektive (Nr. 5) widmet sich dieses Mal dem unserer Tage so wesentlichen Begriff der „Solidarität“.
Mein Beitrag „Solidarische Funken: Verschieden sein, gemeinsam handeln. Über den Wert postliberaler Solidarität für einen Pluralismus der Lebensweisen“ ist ein Diskussionsangebot zur Frage, welche Merkmale ein Solidaritätsbegriff für pluralistische Gemeinschaften aufweisen soll. Vor dem Hintergrund gegenwärtiger Gedanken zu einer transnationalen Solidarität (Carol C. Gould) und einer politischen Solidarität (Sally J. Scholz) erfolgt ein Blick auf postliberale Anfangsstunden moderner Solidaritätsbegriffe und damit auf ein wertvolles Ensemble von Ideen, deren kritische Aktualisierung sich heute noch lohnen kann. Die Frage lautet, inwiefern sich in den Arbeiten von Auguste Comte, Émile Durkheim, Alfred Fouillée und Charles Gide Spuren einer pluralitätsfördernden Solidaritätsauffassung finden lassen und warum diese Überlegungen heute nicht in jeder Hinsicht vorbehaltlos übernommen werden können.
23.12.2021
„Vorsicht Kunst! – Zur Bedeutung des ostdeutschen Filmerbes“
Unter diesem Motto steht die diesjährige Ausgabe des Journals, denn 2021 feierte der DEFA-Film seinen 75. Geburtstag.
Als Redakteur danke ich allen Autorinnen und Autoren für eine intensive und spannende Zusammenarbeit.
Einige Themen, die mich in diesem Jahr am meisten bewegt haben: Wie ging es in den letzten Jahren im DEFA-Studio für Dokumentarfilme zu und wie entstand einer meiner Lieblingsfilme, flüstern & SCHREIEN, über die Rockszene und das ihr entsprechende Lebensgefühl in der Vorwende-DDR? Auf welche Weise fördert man den filmpädagogischen Einsatz von DEFA-Filmen, wie diskutiert man sie im Unterricht? Wie konnte mit Orpheus in der Unterwelt in der DDR eine opulente und mit sozialkritischen Untertönen geschmückte Operetten-Verfilmung auf 70mm entstehen? Inwieweit verweisen die dramaturgisch und ästhetisch inszenierten Nebenrollen alter Frauen im DEFA-Gegenwartsfilm auf reale Stereotype und Erwartungshaltungen der sozialistischen Gesellschaft?
Hier geht’s zum kostenfreien Download des Journals auf der Website der DEFA-Stiftung

12.07.2021
Online-Workshop an der Universität Vechta, am 19. Juli 2021, 11:00-16:00 Uhr
»Nicht weil sie alles umfasst, sondern weil sie von überall kommt, ist die Macht überall. […] Die Macht ist der Name, den man einer komplexen strategischen Situation in einer Gesellschaft gibt. […] Die Macht ist nicht etwas, was man erwirbt, wegnimmt, teilt, was man bewahrt oder verliert; die Macht ist etwas, was sich von unzähligen Punkten aus und im Spiel ungleicher und beweglicher Beziehungen vollzieht.«
Michel Foucault: Der Wille zum Wissen
Michel Foucaults Macht-Begriff gehört heute zu den wichtigen Begriffen der Geistes- und Sozialwissenschaften. Innerhalb seines Werkes nimmt die »Macht« als »Brennpunkt der menschlichen Erfahrung« neben dem »Wissen« und den »Selbstverhältnissen« einen zentralen Platz ein. Die Macht ist dabei einerseits ein jeweils historisch konkreter Analysegegenstand und wird hinsichtlich ihrer repressiven und produktiven Ausübung, Effekte und gesellschaftlichen Formationen untersucht (z. B. Disziplin und Biopolitik). Andererseits ist die Macht ein methodisches Werkzeug zur Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse und wird von Foucault auf entsprechend allgemeine Weise charakterisiert. Auf der Grundlage des Essays »Subjekt und Macht« und eines Auszugs aus Der Wille zum Wissen möchten wir im Workshop diese allgemeine Charakterisierung der Macht als Werkzeug für kulturwissenschaftliche und sozialkritische Diskurse erarbeiten und uns ebenfalls die Frage stellen, inwieweit diese dynamische, relationale und praxeologische Konzeption überzeugend ist. Der Workshop kann ohne Grundkenntnisse besucht werden und richtet sich an Studierende, die sich mit dem Denken Foucaults vertraut machen möchten. Voraussetzung ist die aufmerksame Lektüre des vierten Kapitels von Der Wille zum Wissen (Kap. IV) und des Aufsatzes »Subjekt und Macht«.
13.05.2021
Einen kleinen Vorgeschmack auf unser Forschungsprojekt gibt’s jetzt beim Jacobin.
Slatan Dudow war einer der bedeutendsten Filmemacher der DDR. Mit seinen Filmen wollte er die Welt nicht unterhalten, sondern sie verändern. Heute ist der bulgarisch-ostdeutsche Regisseur weitgehend in Vergessenheit geraten. Zu Unrecht, wie ich finde.

19.12.2020
Die dritte Ausgabe des DEFA-Journals LEUCHTKRAFT ist erschienen und steht auf der Website der DEFA-Stiftung kostenfrei als pdf-Datei zur Verfügung. Das Heft enthält Beiträge zur DEFA-Geschichte und Arbeit der DEFA-Stiftung.
So reflektiert Evelyn Hampicke in einem Essay die „DEFA-Lederjacke im Wandel der Zeiten“, Thomas Kuschel schreibt über die vergessenen Kinderspielfilme aus dem DEFA-Studio für Dokumentarfilme, Günter Jordan über die Geschichte der AFFAIRE BLUM. Die neue akademische Direktorin der DEFA Film Library, Mariana Ivanova, stellt sich und ihre Arbeit vor. Mehrere Beiträge widmen sich vor kurzem digitalisierten DEFA-Produktionen: Daniela Dahn blickt nach 30 Jahren auf den Film ZEITSCHLEIFEN – IM DIALOG MIT CHRISTA WOLF (Karlheinz Mund, 1990/91) zurück, Claus Löser betrachtet das Werk Petra Tschörtners und Ralf Schenk spürt der Entstehungsgeschichte von KLK AN PTX – DIE ROTE KAPELLE (Horst E. Brandt, 1970) nach. Jörg Foth blickt auf seine Assistenz bei Bernhard Wicki zurück. Akiko Hitomi und Evelyn Schmidt erinnern sich an ihre Arbeit für die japanisch-west-/ostdeutsche Filmproduktion DIE TÄNZERIN (Masahiro Shinoda, 1988/89).

26.11.2020

Prozessphilosophische Essays über die Kontinuität bzw. Diskontinuität menschlichen Lebens zu anderen Lebewesen und welche Bedeutung daraus für seine Zukunft folgt…
Ab sofort ist mein neues Buch erhältlich, das ich gemeinsam mit Spyridon Koutroufinis herausgebe.
Den Menschen nicht in seinem Sein, sondern seinem Werden zu erfassen, bedeutet, sein Wesen bzw. das ihm Wesentliche als Entwicklung und Prozess zu verstehen.
Im Sammelband kommen Autorinnen und Autoren aus verschiedenen prozess- und biophilosophischen, anthropologischen und kulturwissenschaftlichen Diskursen zusammen, um über die Frage zu diskutieren, was den Menschen zum Menschen macht, wenn man von seinem prozessualen Wesen ausgeht und von seinen intuitiven, d. h. kreativen und lebensnahen, aber ebenfalls von den intellektuellen, d. h. symbolischen und technologischen Aktivitäten, mit denen er seine Beziehungen zur Umwelt, anderen Lebewesen und sich selbst gestaltet.
14.05.2020
Es geht in meinem kurzen Kommentar um die Skizze zu einer Idee, den von Hannah Arendt im Sokrates verteidigten Begriff der Pluralität als einen Perspektivismus zu verstehen, der sowohl das politisch-philosophische Denken als auch den politischen Handlungsraum umfassen soll. Ausgangspunkt ist Arendts Intuition, dass die Sokratische Dialektik einen pluralistischen Modus eines dem politischen Handeln nahen Philosophierens darstellt.
20.12.2019
Die zweite Ausgabe des DEFA-Journals LEUCHTKRAFT ist erschienen und steht auf der Website der DEFA-Stiftung kostenfrei als pdf-Datei zur Verfügung. Darin wirft Klaus-Dieter Felsmann neue Perspektiven auf den DEFA-Kinderfilm und Eduard Schreiber berichtet über den entscheidenden Augenblick seiner Filme. Mit Wolfgang May und Harry Mehner spreche ich über den vergessenen Berliner Filmstandort Johannisthal, der im kommenden Jahr seinen 100. Geburtstag feiert. Die Schnittmeisterin Ingeborg Marszalek erzählt mir von der aktuellen Rekonstruktion des vor der Fertigstellung verbotenen Spielfilms FRÄULEIN SCHMETTERLING (Kurt Barthel, 1965/1966). Ralf Schenk setzt sich mit den filmischen „Überläufern“ von der Ufa zur DEFA auseinander und Regisseur Thomas Kuschel reflektiert über das 16-mm-Projekt von Karl Gass. Mit einem Interview von Hiltrud Schulz würdigen wir Professor Barton Byg für seine langjährige Aufarbeitung des DEFA-Filmerbes in den USA.
Vieles mehr zur Geschichte der DEFA, auch welche Filme und Publikationen es im Jahr 2020 geben wird, gibt es zu entdecken.

20.12.2018
Als Redakteur freue ich mich über die druckfrische, erste Ausgabe des neuen Journals der DEFA-Stiftung, für das ich bedeutende AutorInnen gewinnen konnte. Komponist Peter Rabenalt spricht über seine Zeit an der Babelsberger Filmhochschule; Filmhistoriker Detlef Kannapin stellt die digital neubearbeiteten Filme von Konrad Wolf vor. Regisseur Walter Beck erinnert sich an seinen Märchenklassiker DORNRÖSCHEN (1970). Ich selbst durfte Barbara Barlet zu ihrer spannenden Entdeckung der DEFA-Filme mit dem französischen Pantomimen Marcel Marceau interviewen, ebenso Melanie Hauth, die einige Einblicke in den Prozess der Digitalisierung historischen Filmmaterials gibt. Die Probleme der Digitalisierung kommentiert Trickfilmregisseur Lutz Dammbeck aus eigener Erfahrung.
06.06.2018
Die digitale Neubearbeitung der ostdeutsch-französischen Koproduktion DIE HEXEN VON SALEM ist noch bis zum 10.6.2018 in der ARTE-Mediathek zu sehen
Der 1957 unter der Regie von Raymond Rouleau realisierte Film entstand nach dem Drehbuch von Jean-Paul Sartre. Die DEFA-Stiftung konnte zusammen mit ihren Partnern sowohl die französische Fassung, wie auch die um eine halbe Stunde aus kulturpolitischen Gründen gekürzte und damit zensierte Fassung digitalisieren, die damals in den Kinos der DDR anlaufen durfte. Die nun veröffentlichte DVD-Edition mit beiden Fassungen ermöglicht Cineasten und Filmwissenschaftlern einen Einblick in die recht ambivalente Beziehung der beiden Koproduktionspartner und die rigorosen kulturpolitischen Bedenken der SED-Führung in den 1950er-Jahren.