
In diesem Februar habe ich meine Dissertation an der Hochschule für Philosophie München eingereicht. Im Mittelpunkt steht eine Frage, die weit über die Philosophie hinausreicht: Wie beginnen wir, vertraute Denkweisen infrage zu stellen und Möglichkeiten für Veränderung wahrzunehmen?
Oft haben wir zunächst eine Ahnung, ein irritierendes Gefühl oder ein Bild davon, dass etwas anders sein könnte – bevor wir dafür klare Begriffe und gute Argumente finden. Welche Bedeutung haben solche intuitiven Momente für die Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse und für die Veränderung unseres eigenen Denkens und Handelns?
Meine Arbeit verfolgt diese Frage von Descartes, Kant, Nietzsche und Bergson bis zu gegenwärtigen Debatten der Sozialphilosophie. Dabei zeigt sich: Intuitionen können Gewissheiten festigen, aber auch Selbstverständlichkeiten aufbrechen, neue Perspektiven eröffnen und uns für Veränderungen sensibilisieren. Sie wirken mitten im kritischen Denken und tragen dazu bei, dass es sich erneuern kann.
Die Dissertation trägt den Titel Dem Denken die Gegensätze verweigern und Veränderungen im Leben wahrnehmen. Eine diskursanalytische Apologie zur Bedeutung von Intuitionen in sozial- und subjektkritischen Diskursen. Die Begutachtung und die mündliche Prüfung stehen noch aus.